Die Quasi Monopolstellung erarbeitete sich Kodak mit seinen Filmen. Analog zum heutigen Druckermarkt lieferte Kodak für alle anderen Kamerahersteller das Verbrauchsmaterial und machte über Jahrzehnte satte Gewinne. Damit gelang es Kodak, aus Konkurrenten Geschäftspartner zu machen, ein klassischer Fall einer strategisch goldrichtigen Kooperation. Kodak war lange Jahrzehnte in den USA auch einer der Top Arbeitgeber, so ähnlich wie heute Google. Die hohe Anziehungskraft für gute Mitarbeiter war mithin eines der weiteren strategischen «Abfallprodukte». Ein Faktor, der speziell für Unternehmen der Wissensgesellschaft – und dazu gehören IT Unternehmen ohne Ausnahme – zu einem Erfolgsfaktor schlechthin geworden ist.
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| Die Apple Quicktake 100 von 1994, hergestellt von Kodak. Übrigens die erste Digitalkamera, die ich selbst besass! |
- Die primäre Beschäftigung und Fokussierung auf Produkte und damit verbunden eine stark technisch ausgerichtete Firmenkultur. Wie dieser Fall eindrücklich zeigt, konnte eine Technologie- und Produkteorientierung im letzten Jahrhundert über Jahrzehnte funktionieren und ein Unternehmen auch zur Marktführerschaft führen. Die Gefährlichkeit lag – und liegt heute noch – aber in einem systematischen Ausblenden neuer technischer Entwicklungen, die die eigenen Produkte eines Tages komplett ablösen können. Im Vergleich zur Wirtschafts- und Technologieentwicklung des 20. Jahrhunderts ist diese im 21. Jahrhundert allerdings um einiges rasanter und die IT Unternehmen haben nicht mehr Jahrzehnte lang Zeit, technologische Vorsprünge in Gewinne zu verwandeln. Kommt erschwerend hinzu, dass der heutige Kunde wesentlich besser informiert und aufgeklärt ist und gezielter nach Nutzen statt nach Features fragt. Eine Entwicklung die sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden gleichermassen gilt.
- Die Sicherheit und Überheblichkeit eines erfolgreichen Unternehmens, oft eines Marktführers. Man glaubt, unbesiegbar zu sein und das Management bestärkt sich ständig selbst darin, dass dem Unternehmen nichts angehabt werden kann. Diese Selbst-Überschätzung ist brandgefährlich und führt unweigerlich dazu, dass sich das Unternehmen primär mit sich selbst statt mit seinen Kunden und deren (verändernden) Bedürfnissen beschäftigt. Wenn dann die grosse Erkenntnis kommt, meistens nach dem Austausch des Managements, ist es oftmals zu spät für einen Turnaround.

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