Heute erfahren wir, dass Hewlett Packard (HP) nun doch nicht auf seine PC-Sparte verzichtet. Die neue Firmenchefin Meg Whitman hat die strategische Entscheidung ihres Vorgängers Léo Apotheker kurzerhand rückgängig gemacht. Zwei Dinge dazu:
- Aus Kundensicht (bzw. aus Kundennutzensicht) scheint mir diese Entscheidung absolut richtig zu sein. Unter Kunden verstehe ich hier einerseits die Endkunden, die die Hardware von HP nutzen, andererseits aber auch das weltweit sehr dichte und kompetente Partner-Netzwerk von HP. Gerade Partner bauen oft strategisch und langfristig auf einen Hersteller und geraten so in eine grosse Abhängigkeit. Für die Kunden von HP ist das Festhalten am PC-Geschäft also mit Sicherheit von Vorteil.
- Andererseits reibt man sich verwundert die Augen, wenn man liest, dass "die Prüfung eindeutig zugunsten der Beibehaltung des PC-Geschäfts ausgefallen sei". Wurde den vor der Entscheidung, das PC-Geschäft zu verkaufen oder auszulagern, nicht geprüft? War das etwa bloss eine Golfplatzidee von Mr. Apotheker? Ich glaube, es ging da effekiv wieder einmal mehr um reine Gewinnoptimierung und damit auch Bezugsoptimerung für das Top Management. Also rein kurzfristig angelegtes Denken und meilenweit vom Kundennutzen entfernt. Zur Entlassung von Léo Apotheker kann ich dem Board daher nachträglich nur gratulieren, ohne dass sich freilich viel ändern wird.
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